Pressestimmen zur Biografie

Katinka Fischer: Sanddornsaft für Schmidt-Rottluff, Frankfurter Allgemeine, 5.9.2018 (Auszug)

...     Marian Stein-Steinfeld     ...     ist im Hofheimer „Blauen Haus“ aufgewachsen ... und verwaltet außerdem den Nachlass. Sie hatte direkten Zugriff auf einen offenbar immensen Fundus an Fotografien, Briefen, Gästebüchern und ähnlichen Dokumenten, die sie akribisch ausgewertet hat und von denen zahlreiche Beispiele nun auch das Buch illustrieren.     ...

Stein-Steinfeld berichtet freilich nicht allein „aus persönlichem Blickwinkel“ über eine ungewöhnlich moderne und souveräne Frau, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfemte Künstler beherbergte, deren Werke heimlich in ihrer Berliner Atelierwohnung ausstellte und von 1947 an auch in ihrem Frankfurter Kunstkabinett an der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts mitschrieb. Die privaten Erinnerungen beschränken sich nur auf die ersten 20 Seiten. Aus beinahe wissenschaftlicher Distanz blättern die mehr als 350 folgenden Seiten Hanna Bekker vom Raths Leben und Wirken auf.     ...

Stein-Steinfelds minitiöse, in zehr Kapitel gegliederte Schiilderung lässt Bekker vom Raths Entschlossenheit, ihre aufrechte Haltung und auch ein ausgeprägtes politisches Bewusstsein als folgerichte Entwicklung erscheinen. Das dafür nötige Selbstbewusstsein und der Drang nach einer – auch ihrem Umfeld stets gewährten Freiheit war in ihr angelegt.     ...

Die Biografie kommt gerade im Hinblick auf das umfangreiche erstmals veröffentlichte Material einer Dissertation gleich. Sie enthält wesentliche Einsichten über eine nicht nur im Rhein-Main-Gebiet, sondern auch dür die jüngere Kunstgeschichte bedeutungsvolle Persönlichkeit.

Manfred Becht: Wie Hofheim zur Kunststadt wurde

in: Höchster Kreisblatt, 7.9.2018 (Auszug)

Ihr Buch basiere vor allem auf dem Material aus ihrem eigenen Archiv, sagt Marian Stein-Steinfeld. Da kann man schon davon ausgehen, dass sie über sehr persönliche Unterlagen aus der Familie verfügt, denn sie ist die Enkelin der Hanna Bekker vom Rath. In dem Punkt ist sie anderen, die über die Künstlerin und Kunstförderin geschrieben haben, ein Stück voraus.

Da ist zum Beispiel der Briefwechsel mit ihrem Ehemann, dem Kunstkritiker und späteren Theaterintendanten Paul Bekker. Die beiden heirateten 1920, hatten drei gemeinsame Kinder, trennten sich nach sieben Jahren aber wieder. In den Briefen tauschen sich die beiden vor allem über Kunst aus, über Ausstellungen und Konzerte, über Künstler, mit denen sie Kontakt hatten. Es wird deutlich, welche Rolle die Kunst für die Beziehung spielte, aber es gibt auch Einblicke in die Vernetzungen der Kunstszene in den 1920er Jahren.     ...

Wer sehr an der Person Hanna Bekker von Raths interessiert ist, der wird viel Neues lesen können über die heimlichen Kunstausstellungen, die sie im Berlin der 1940er Jahre von ihrer dortigen Atelierwohnung aus organisierte. Aus Hofheimer Perspektive ist natürlich interessanter, welchen der von den Nationalsozialisten verfemten Künstlern sie in Hofheim Unterschlupf bot und welche Künstler sie dort auch danach zusammenführte.     ...

Hanna Bekker vom Rath hat auf diese Weise Hofheim zu einer Kunststadt gemacht. Ohne sie wäre es kaum dazu gekommen, dass in dem vor 25 Jahren eröffneten Stadtmuseum die bildende Kunst eines von drei Schwerpunktthemen wurde.

Dorothea Baer-Bogeschütz:
Kenntnisreiche Biografie der Malerin Hanna Bekker vom Rath

in: Wiesbadener Kurier, 17.9.2018 (Auszug)

„Ich denke, man muss selbst Großmutter werden, um ein solches Projekt zu realisieren.“ Das sagt Marian Stein-Steinfeld, die drei Enkelkinder hat. In mühevoller Detailarbeit recherchierte und verfasste sie einen veritablen Schmöker, den sie im Museum Wiesbaden als zweiter Station auf ihrer Lesetour vorstellte: eine Mischung aus Lesung und Bild-Vortrag. Fast 90 Minuten dauerte der Parforceritt, gewidmet ihrer Großmutter Hanna Bekker vom Rath und der Epoche deutscher (Vor- und Nachkriegs-) Kunstgeschichte, die die gebürtige Frankfurterin mitgestaltet hat.     ...

Die unkonventionelle Frau, die Emanzipation und Künstlerförderung lebte, sich einsetzte für die Gleichberechtigung und im Krieg in Berlin „Ausstellungen der Verfemten“ zeigte, war eine deutsche Peggy Guggenheim insofern, als sie nur ihrem Kunstgespür folgte, sich über Konventionen hinwegsetzte. Bekker vom Rath stieg schon mal auf einen Tisch, um sich Gehör zu verschaffen. Sie mache „zwei gefährliche Dinge“, tat sie 1932 kund, Autofahren und Rauchen.     ...

Ihre Galerie, das nach ihr benannte Frankfurter Kunstkabinett, bestand bis vor zwei Jahren. „Kommen Sie rein, Sie müssen nichts kaufen, gucken Sie“, lockte die Ausnahmegaleristin. Nach den Ausführungen ihrer Enkeltochter darf man wagen zu sagen: Kaufen Sie die Biografie „Hanna Bekker vom Rath, Handelnde für Kunst und Künstler“, sie wird Sie nicht loslassen.

Geleitwort

Clemens Greve,
    Frankfurter Bürgerstiftung

Grußworte

Günter Högner,
    Verein zur Förderung der Bildenden Kunst
    Wiesbaden e.V.

Eva Claudia Scholtz,
    Hessische Kulturstiftung

Vorwort und Dank


Aus persönlichem Blickwinkel


I. Aufwachsen zwischen Tradition und Moderne

1. Herkunftsfamilien

2. Das Elternhaus

3. Kindheit und Jugend

  1. 4.Die Entdeckung ihrer Nische in der Kunst


II. Suche nach eigenen Wegen

1. Künstlerische Erschütterung und menschliche Bereicherung

2. Entwicklung einer eigenen politischen Haltung

  1. 3.Begegnung und Briefwechsel mit Paul Bekker

  2. 4.Heirat gegen elterlichen Widerstand

5. Gemeinsame Hofheimer Zeit

6. Frau Intendant in Kassel

  1. 7.Verweigerung der Rolle als Dekorum


III. Erste Werke und Kontakte der Sammlerin

1. Anfänge der Sammlung und Künstlern

2. Kontakte zu Händlern, Sammlern

  1. 3.Ida Kerkovius

  2. 4.Alexej von Jawlensky

  3. 5.Paul Klee

  4. 6.Karl Schmidt-Rottluff


IV. Reisen und Refugium in Hofheim

1. Studienreisen

2. Gefährdung der Kinder

3. Zuflucht in Griechenland

  1. 4.Blick auf die familiäre Situation

5. Refugium im Blauen Haus:
    Ottilie W. Roederstein, Else und Ludwig Meidner,    
    Emy Roeder, Ernst Wilhelm Nay, Rosa Schapire,
    Jüdische Freunde im Exil und in Deutschland

6. Reisen



Auszüge aus dem Inhaltsverzeichnis

V. Fördern, vermitteln und heimliche Ausstellungen

  1. 1.Fortsetzung privater Förderung und Vermittlung

  2. 2.Entscheidung für Ausstellungstätigkeit

  3. 3.Atelierwohnung Regensburger Straße

  4. 4.Ausstellungen und Gästebuch 1940–1943

  5. 5.Erinnerungen von Zeitzeugen


VI. Das Blaue Haus nach Kriegsende

1. Flüchtlinge und Besatzer

2. Ernst Wilhelm Nay in Hofheim

3. Rückzug an die Staffelei

  1. 4.Künstler und Besucher im Blauen Haus:
    Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Willi Baumeister

  2. 5.Hofheimer Kulturleben

6. Erste Presseberichte über das Blaue Haus


VII. Frankfurter Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath

1. Reisen und Mobilität

2. Erster Standort: Kaiserstraße

3. Zweiter Standort: Börsenstraße 2

4. Entwicklungen im Kunstkabinett


VIII. Botschafterin der Kunst

1. Aufbau internationaler Kontakte

2. Ausstellungsreise Brasilien 1952

3. Stationen der Weltreise 1955–56


IX. Sammlerin und Kunsthandelnde

1. Aufbau und Entwicklung der Sammlung

2. Hanna Bekker vom Rath als Leihgeberin

3. Kunsthandelnd auf Reisen


X. Anerkennung und Vermächtnis

  1. 1.Offizielle Auszeichnungen

  2. 2.Hanna Bekker vom Rath in den Medien

  3. 3.Ausklang der Aktivitäten

  4. 4.Der Lebenskreis schließt sich

  5. 5.Vermächtnis


Anhang

1. Sammlung Hanna Bekker vom Rath:
    Verzeichnis der Künstler, Werke in öffentlichen Sammlungen, Ausstellungen mit
    Leihgaben

2. Literaturverzeichnis

3. Namensregister
    3.1. Namensliste Gästebuch Berlin

4. Kurzbiografie Hanna Bekker vom Rath


Abbildungsnachweis

Impressum

Marian Stein-Steinfeld

HANNA BEKKER VOM RATH

Handelnde für Kunst und Künstler

Biografie der Malerin, Mäzenin, Sammlerin und Vermittlerin


›Mäzene, Stifter, Stadtkultur‹

Schriftenreihe der Frankfurter Bürgerstiftung, Band 16

herausgegeben von Clemens Greve

Verlag der Frankfurter Bürgerstiftung

Informationen zur Biografie

Christian Sprenger:

Biografin Marian Stein-Steinfeld über ihre Großmutter Hanna Bekker vom Rath

in HR2, 1.10.2017, Kulturcafé  (Podcast)

weitere Informationen

Legendär war ihr "Blaues Haus“ in Hofheim am Taunus. Dort gewährte Hanna Bekker vom Rath während der NS-Zeit und der Nachkriegszeit Künstlern Unterschlupf, etwa Erich Heckel, Ernst Wilhelm Nay und Karl Schmidt-Rottluff. Sie gründete 1947 die erste Galerie im noch zerstörten Frankfurt und stellte ihre Räume jungen Leuten für Gespräche und Veranstaltungen zur Verfügung. Hanna Bekker vom Rath wird im Museum Wiesbaden in einer Kabinettausstellung gewürdigt. Eine Biografie der Mäzenin und Malerin ist gerade erschienen, geschrieben von Marian Stein-Steinfeld. Sie ist die Enkelin von Hanna Bekker vom Rath und zu Gast im hr2-Kulturcafé ab 17:10 Uhr.

Autor: Christian Sprenger

Veröffentlicht am 01.10.18 um 15:30 Uhr

Quelle: © Hessischer Rundfunk

Startbild für Audio © shutterstock KreativKolors

383 Seiten mit 292 Abbildungen            Preis: € 25,00


Bestellung über den Buchhandel oder bei der

Frankfurter Bürgerstiftung

    Versandkostenpauschale Inland: € 5,00
     (Versand ins Ausland gegebenenfalls abweichend)


Die Biografie ist auch erhältlich im:

    Stadtmuseum Hofheim

    Museum Wiesbaden

Impressum

Bibliografische Information:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation
in der Deutschen Nationalbibliographie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.

Marian Stein-Steinfeld:
Hanna Bekker vom Rath
Handelnde für Kunst und Künstler
Biografie der Malerin, Mäzenin, Sammlerin und Vermittlerin
Band 16 der Schriftenreihe »Mäzene, Stifter, Stadtkultur«
der Frankfurter Bürgerstiftung, herausgegeben von Clemens Greve

Lektorat/Redaktion: Dr. Lena Lindhoff, Ursula Wöhrmann, Clemens Greve, Ralf Dingeldein, Marian Stein-Steinfeld

Für die Texte:
© 2018 Marian Stein-Steinfeld und Autoren

Für die Abbildungen:
© Quellen s. Abbildungsnachweis, S. 382

Umschlagabbildung: Hanna Bekker vor Schmidt-Rottluff, Nächtlicher Mittelmeerhafen, 1955; © Tita Binz/Deutsches Historisches Museum, Brücke Museum, VG Bildkunst
Abb. Rückseite: Hanna Bekker bei einer Ansprache im Frankfurter Kunstkabinett, 1967;
© Helga und Victor von Brauchitsch, Frankfurt am Main

Verlag Frankfurter Bürgerstiftung, Frankfurt am Main
ISBN-13 978-3-934123-27-4
Satz und Gestaltung, Umschlagentwurf: Dingeldein*design, Frankfurt